Filet fast Wellington


Das Berliner Kind mag keine Pilze!


Auf meine Frage, was er denn gerne mal essen möge - bevor wir ihn in ein paar Tagen wieder nach Berlin abschieben - irgendwas, was er sich nicht selbst machen würde, kam die Antwort recht bestimmt: Beef Wellington.        
„Aber OHNE PILZE natürlich!“

Uff! 
Das habe ich bis jetzt selbst noch nie gegessen, geschweige denn gekocht und schon soll ich‘s abwandeln?
Die Internet Recherche „Filet Wellington ohne Pilze“ lieferte keine hilfreichen Tipps.
Von „Beef Wellington ohne Pilze ist kein Beef Wellington“ bis „wir haben Äpfel und Zwiebel genommen“ (ernsthaft?), wabern noch diverse andere Kuriositäten im Netz herum.

Der entscheidende Hinweis kam dann tatsächlich vom Berliner Kind selbst: Auberginen!
Das könnte klappen! 
Zur Umami-Unterstützung passen getrocknete Tomaten - läuft.

Später an der Fleischtheke:
„Was nehmen wir denn“, fragte das Berliner Kind.
„Ei … Rinderfilet!“
„Uups - das ist aber teuer! Nee, lass was anderes nehmen…“ intervenierte er.
„Ja sag mal … Filet Wellington ohne Pilze - OK - aber ohne Filet?“
„BEEF Wellington, dachte ich. Irgendein Fleisch.“
Ich verstand. „Das ist kein englisches Rezept, das ist französisch und da heißt es nun mal FILET Wellington!“
„Ooh! Dann lassen wir das….noch können wir gehen.“
„Nö - gewünscht ist gewünscht - basta!“ 

Zutaten: (ca. für 4 Personen)

1 Rolle Blätterteig aus dem Kühlregal
6 große Scheiben Kochschinken
2 Auberginen
1 Schälchen halbgetrocknete Tomaten in Öl eingelegt
1 Schalotte
1-2 Knoblauchzehen
3-4 Stängel glatte Petersilie
etwas Sojasauce
Salz, Pfeffer, Paprika
Öl zum Anbraten
1 Eigelb zum Bepinseln

Und natürlich:
Rinderfilet, ca. 800 gr. am besten aus der Mitte geschnitten, damit es überall gleich dick ist. 

Zubereitung:

Die Auberginen längs halbieren, kreuzweise einritzen und salzen, damit etwas Wasser austritt.
Die getrockneten Tomaten, Schalotte, Knoblauch und Petersilie fein hacken.
Die Auberginen abtupfen und mit etwas Sojasauce bepinseln, im Backofen bei 200°C Ober-/Unterhitze etwa 35 min. weich schmoren. Im Auge behalten - nicht dass sie verbrennen.



Etwas abkühlen lassen und fein hacken.
Mit den anderen gehackten Zutaten vermischen und mit Salz, Pfeffer und Paprika würzen.

Das Rinderfilet salzen und rundherum in einer Pfanne mit etwas Öl anbraten.

Den Blätterteig rechtzeitig aus dem Kühlschrank nehmen, auf Backpapier ausrollen und von der kurzen Seite 3 fingerbreite Streifen abschneiden.
Den Kochschinken darauf möglichst lückenlos auslegen, den hinteren Rand des Blätterteiges freilassen.
Auf dem Schinken die Auberginen-Tomaten-Mischung gleichmäßig verteilen.



Das Filet in die Mitte legen und mithilfe des Backpapiers den Blätterteig samt Füllung um das Filet rollen, den Rand mit etwas Wasser gut ankleben.
Dann die Seiten noch ordentlich verschließen und mit den abgeschnittenen Streifen verzieren.
Mit dem Eigelb den Blätterteig bepinseln.

Den Ofen auf 220°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
Das Filet samt Backpapier auf einem Blech in den Ofen schieben.
Nach 15 min. die Hitze auf 160°C reduzieren und in ca. 25 min. fertig garen.



Wer auf „Nr. Sicher“ gehen will, steckt am besten ein Fleischthermometer in das Filet.
Bei 56°C sollte es schön rosa sein. 
Noch 5 min. ruhen lassen und dann am Tisch anschneiden. 



Unseres war erst super schön rosa und hat dann leider recht schnell noch nachgezogen, wie man auf dem Foto sieht. Vielleicht doch lieber nur auf 54°C garen?

Und der Fleischsaft ist auch noch ausgelaufen - lecker war‘s trotzdem!


Dazu gab es ein leckeres Kartoffelpüree, karamellisierte Tomaten und eine leckere Rotweinsauce. 
Danke für die Idee!
    




Kommentare