Wildschweinbraten aus der Keule



Ja - nun ist es soweit!

Ich koche wieder Schmorgerichte!
Bis auf wenige Ausnahmen ist das ein untrügliches Zeichen, dass der Sommer endgültig vorbei ist.
Nicht, dass Schmorgerichte nicht auch im Sommer schmecken würden, aber ich koche sie einfach lieber im Herbst und im Winter.
Im Sommer bin ich so beschäftigt ...
Da ist es im Garten einfach zu schön.
Zu schön, um stundenlang am Küchenherd zu stehen.
Klar - Schmorgerichte schmoren eigentlich ganz alleine so vor sich hin, aber ich kann es einfach nicht lassen, immer wieder in den Topf zu schauen.
Der Mann macht das auch sehr gerne - Qualitätsprüfung nennt er es!
Kochen will zelebriert werden!
Und darum ist der beste Tag für einen schönen Braten mit allem drum und dran ein Schlechtwetter-Sonntag.

Am Vortag:
750 g Wildschweinkeule ohne Knochen
 (ich habe 2 kleine bekommen)
1 Zweig Rosmarin
3 Zweige frischer Thymian
etwas Petersilie
2 Wacholderbeeren angedrückt
2 Nelken
1 TL Pfefferkörner
1 Lorbeerblatt
300 ml trockener Rotwein
Alles in eine Tüte geben und über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen.
Du kannst auch alles in ein Behältnis geben, dann benötigt man aber viel mehr Rotwein, damit der Braten ganz bedeckt ist.



Am nächsten Tag:
Die Sonne scheint .... tja ....

2 EL Rapsöl
1 große Möhre
2 Scheiben Sellerie
1/2 Lauchstange
1 große Zwiebel

Kürbissalz - oder auch ganz normales Salz
250 ml Gemüsebrühe oder Wildfond

Für die Sauce:
200 ml Sahne
1 EL Tomatenmark
3 EL Wildpreiselbeeren
1 TL Zucker
Salz und frischer Pfeffer
... und wer mag noch einen Schuss Cognac dazu geben

Aber das erst später, jetzt erst mal von Anfang an:

Das Gemüse säubern und klein schneiden.

Das Wildschweinfleisch aus der Marinade nehmen, abtupfen und mit Kürbissalz einreiben.
In 2 EL Öl rundherum anbraten und heraus nehmen.


Das Gemüse in dem Bratentopf anschwitzen, das Fleisch wieder dazu geben und mit dem Rotwein und den darin enthaltenen Gewürzen ablöschen.
250 ml Wildfond oder Gemüsebrühe noch mit angießen und alles gemütlich bei wenig Hitze schmoren lassen. (Stufe 2 von 9)


Ab und zu mal in den Topf schauen - ob noch alles da ist ...

Alle 45 Minuten etwa drehe ich die Fleischstücke und zwischendurch begieße ich sie immer mal mit etwas von dem Kochsud.

Nach etwa 2 1/2 Stunden sollte das Wildschwein zart sein.
Aus dem Sud nehmen und abgedeckt kurz warm stellen.
Aus dem Schmorgemüse das Lorbeerblatt und die sichtbaren Rosmarin und Thymian Ästchen heraus fischen.
Mit einem Schneidestab ordentlich pürieren.
Die restlichen Zutaten für die Sauce dazu geben und abschmecken.

Das Fleisch wieder in die Sauce geben und darin warm halten, bis die Beilagen fertig sind.


Ja - ich weiß, das sieht gerade nach sehr wenig Braten aus. Er ist auch geschrumpft, logisch, aber es liegt auch ein wenig daran, dass in dem Topf sehr, sehr viel Sauce ist. 
Und das ist auch gut so ...

Bei uns gab es dazu Rotkraut - nicht selbst gemacht, aus der Dose leicht verfeinert - und böhmische Knödel!
An den Knödeln muss ich noch mal arbeiten - die waren mir nicht locker genug, das geht besser!



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